2. Juni 2017

[Rezension] Küss mich noch ein erstes Mal


Küss mich noch ein erstes Mal | von Holly Martin |
Verlag: Blanvalet | Roman | 320 Seiten |
Taschenbuch | € 9,99 Kaufen?

***

[INHALT]
Annie Butterworth ist zwar erst Ende zwanzig, aber schon stolze Besitzerin des idyllischen Willow Cottage an der englischen Küste. Sie ist immer für ihre Gäste da – mit Tee, einem offenen Ohr oder starkem englischen Cider. Ein Blick in ihr Gästebuch lässt einen in die Welt von Annie und den Besuchern von Willow Cottage eintauchen. Und man kann dort sogar manchen berühmten Namen entdecken – wie den des gefeierten Krimischriftstellers Oliver Black. Der für Annie einfach nur Olly ist, der Mann, der ihr einst ihren ersten Kuss gab und außerdem der Bruder von Annies verstorbenem Mann Nick ist...
(Klappentext)



[MEINE MEINUNG]
Im letzten Jahr habe ich von Holly Martin bereits Wenn du mich fragst, sag ich für immer gelesen und war schwer begeistert. Das Buch hatte so ziemlich alles, was ich mir von einem Liebesroman erhofft hatte und sehnsüchtig habe ich seither nach weiteren Büchern dieser Autorin Ausschau gehalten. Was war ich froh, als endlich eine neue Geschichte von ihr angekündigt wurde, zudem wieder mit einem dramatischen Einschlag. Ich war so voller Vorfreude! Doch schnell kam die Ernüchterung...

Das Buch erzählt die Geschichte komplett in Form von Gästebucheinträgen, die mich ein wenig an das Buch Für immer vielleicht erinnern. Ich mag so etwas, denn es ist etwas anderes. Aber dann widerrum ist es auch schwierig, weil man den Charakteren einfach nie so nahe sein kann, wie in anderen Geschichten. Für immer vielleicht hat es aber geschafft, da dort alle Arten der Kommunikation zu finden waren – Briefe, SMS, Chats, E-Mails und hier und da auch ein Zettelchen im Unterricht. Bei diesem Buch dagegen war die Kommunikation ausschließlich auf das Gästebuch beschränkt, was zwar eine schöne Idee ist, aber ganz ehrlich mal – wer schreibt bitteschön in Gästebücher? Und wer würde da wirklich mehr reinschreiben, als nur wie der Urlaubsort ist?

Doch anders als angenommen geben die Gäste hier wirklich alles, sie schreiben, was das Zeug hält und das nicht nur über den Ort, ihren Urlaub und auch immer wieder über ihre Gastgeberin Annie, sondern auch eine Menge aus ihren Leben. Es erschien mir fast, als würden die Menschen ihren halben Urlaub an diesem Gästebuch verbringen – schreibend, lesend, sich darüber unterhaltend. Und genau das ist der Punkt, der mich so extrem gestört hat! Es ist nicht einfach nur, dass sie so viel über ihr Leben reinschreiben – die Autorin wollte uns die Charaktere damit wohl einfach näher bringen – sondern die Tatsache, dass die Gäste nicht normal miteinander reden und lieber über das Gästebuch kommunizieren. Teilweise schien es mir wie ein Chat und dann aber auch wieder wie eine Unterhaltung, wie man sie in echt führen könnte, so mit ausgesprochenen Worten und nicht über Papier. Wenn Sätze wie "Ich sehe, dass du mit den Augen rollst" fallen, frage ich mich doch echt, was das in einem Gästebuch zu suchen hat.

Und Annie... Ja, Holly Martin wollte sie zu ihrer Heldin machen, sie in den Mittelpunkt rücken, uns ihre Geschichte nach und nach erzählen. Aber dass wirklich alle Gäste über Annie berichten und dass Annie vor allem andauernd selbst in das Gästebuch schreibt, war etwas gezwungen. Annie schreibt nämlich auch rein, während ihre Gäste noch da sind. Mehrmals täglich taucht sie unter irgendwelchen Vorwänden im Cottage auf, liest die gerade erst verfassten – teils sehr intimen Beiträge – ihrer Gäste durch und antwortet darauf. Das ist schon etwas nervig. Und ganz ehrlich, muss man mehrmals täglich bei seinen Gästen reinplatzen?! Ich würde im Urlaub meine Ruhe haben wollen.

Widmen wir uns jetzt aber einmal der Liebesgeschichte, die im Mittelpunkt steht. Annie und ihr Schwager Olly kennen sich schon ihr ganzes Leben und eigentlich hat es schon immer gefunkt. Doch hier endlich kommen sie sich näher, stoßen sich ab, kommen sich näher, ach nee doch nicht und... Es war anstrengend. Okay, teilweise war es auch süß, aber im Großen und Ganzen habe ich mich auch hier gefragt, was das in einem Gästebuch zu suchen hat... Was ich dafür ganz witzig fand, waren die kleineren Geschichte der Gäste. Okay, auch das hatte alles nichts in einem Gästebuch zu suchen, aber wenn man das Buch als eine Sammlung von Kurzgeschichten betrachtet, dann waren sie ganz lustig. Annie hat teilweise so absurde Gäste beherbergt, über die ich wirklich schmunzeln musste, doch über einige habe ich dann doch den Kopf geschüttelt. Am bizarrsten war dann allerdings das Ende. Das hat es mir dann doch noch etwas versaut... Ob ich noch ein Buch von Holly Martin lesen werde? Nur wenn es kein Gästebuch ist!


[FAZIT]
Die Geschichte war ja ganz nett, aber diese Gästebuchform hat das Buch einfach sehr unlogisch erscheinen lassen. Insgesamt handelt es sich bestenfalls um eine Kurzgeschichtensammlung.

2 von 5 Herzen


♥ Ich danke Blanvalet für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. ♥


Nine <3

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