30. Januar 2017

[Rezension] Die fünfte Welle


Die fünfte Welle | Die fünfte Welle | von Rick Yancey |
Verlag: Goldmann | Dystopie | 496 Seiten |
Hardcover | € 16,99 Kaufen?

***

[INHALT]
Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ... (Klappentext)


[MEINE MEINUNG]
Auf diese Dystopie habe ich schon lange ein Auge geworfen, spätestens als sie mit einer meiner liebsten Schauspielerinnen verfilmt wurde. Und da ich nun einmal Buchverfilmungen erst schaue, wenn ich die Buchvorlage gelesen habe, musste das Buch her und endlich gelesen werden. Da nun auch der letzte Band erschienen ist, konnte es nicht besser passen und ich habe mich an das Buch gewagt.

Direkt mit den ersten Kapiteln war ich in dieser dystopischen Welt gefangen und konnte kaum entkommen. Cassie von Cassiopeia schlägt sich mutterseelenalleine im Wald durch. Seit Monaten hat sie keinen anderen Menschen mehr gesprochen und wird mehr und mehr wahnsinnig. In Gedanken durchlebt sie immer wieder den Anfang – die Ankunft der Anderen. Eines Tages wurde ein Raumschiff entdeckt, das auf die Erde zuflog... kein menschliches Raumschiff. Was haben die Aliens vor? Was wollen sie auf der Erde? Doch sie landen nicht auf der Erde, sondern bleiben von nun an stetig in der Laufbahn der Erde. Tage vergehen und die Menschen können das Raumschiff mit bloßem Auge beobachten. Immer mehr werden sie zermürbt, bis die erste Welle kommt. Der Strom fällt aus, keine Autos fahren mehr und Flugzeuge stürzen vom Himmel. Panik bricht aus. Und es folgten noch weitere Wellen...

Es war schaurig zu erleben, wie die Menschheit hier mehr und mehr ausgedünnt wurde und womit Cassie und alle anderen kämpfen mussten. Wie kämpfst du gegen einen Feind, den du nicht sehen kannst? Einen Feind, der eine Seuche auf die Erde freilässt, die fast alle Menschen ausrottet? Einen Feind, der die Menschheit infiltriert hat, sodass du niemandem mehr trauen kannst? Cassie weiß nicht mehr, wer Mensch ist und wer nicht und so geht jeder auf jeden los, denn das ist die erste Regel – vertraue niemandem! Wenn du überleben willst, musst du handeln und darfst nicht zögern.

Ich kann nur sagen, dass die Story echt harter Tobak ist und nichts für zarte Nerven. Dennoch mag ich solche Geschichten, die nicht so krass abgedrehte Zukunftsvisionen zeigen. Ganz ehrlich, wir wissen nichts von außerirdischem Leben, aber das wussten die Menschen in Die fünfte Welle auch nicht, bis die Anderen aufgetaucht sind. Ich will Niemandem damit Angst machen, aber sind wir uns sicher, dass es da draußen Nichts gibt? Unmöglich ist es nicht. Und gerade das fasziniert mich so sehr an diesem Buch.

Ebenso fasziniert hat mich Cassie. Gerade dieses leicht Wahnsinnige zu Beginn hat mich für sie eingenommen, denn natürlich kann man in einer Welt, in der die Menschheit innerhalb weniger Wochen fast ausgerottet wurde, in der Freunde und Familie vor den eigenen Augen gestorben sind und in der man jeden Tag um sein Leben bangen muss, nicht normal bleiben. Manchmal mag ich schwache Charaktere lieber als Superheldinnen. Dennoch war Cassie taff, denn sie hat ein Ziel vor Augen – sie hat ihrem Bruder ein Versprechen gegeben und nur dafür lebt sie noch.

Da ich Cassie so geliebt habe, gefiel es mir zunächst nicht, als die Geschichte plötzlich zu Zombie gewechselt hat – einem Jungen, der die Seuche nur knapp überlebte und nun in einem Militärstützpunkt lebt. Ich weiß, dass es für die Geschichte wichtig ist, zu erfahren, was dort passiert und auch seine Rolle hat in der Mitte des Buches eine wichtige Wendung genommen, dennoch mochte ich die Kapitel aus der Sicht von Cassie lieber. Nicht nur, weil sie mir sympathischer war, sondern auch, weil ich Überlebensgeschichten mag. Sich durch die Wildnis schlagen, mit dem auskommen, was man bei sich trägt. Sowas liebe ich! Dennoch habe ich mich dann doch in die Zombie-Szenen eingefunden und gespannt verfolgt, wohin das alles führte.

Und es führte alles zu einem packenden Finale, das mich nicht enttäuscht hat. Na gut, vielleicht in einem Punkt, denn ich möchte wissen, ob jemand bestimmtes in weiteren Bänden noch einmal auftaucht. ;) Um das zu erfahren und auch, weil ich dieses Jahr wirklich endlich mal Reihen beenden möchte, werde ich mich im Februar direkt dem nächsten Band Das unendliche Meer widmen und auch Der letzte Stern befindet sich schon auf dem Weg zu mir. Ich hoffe, dass mir die Folgebände ebenfalls gefallen werden, denn da haben sich die Meinungen ja irgendwie geschieden.

[FAZIT]
Eine absolut packende Dystopie, die gar nicht so unwahrscheinlich erschien und darum umso schauriger war. Ich glaube, ich liebe Alien-Geschichten! :D Noch dazu liebe ich auch meine wahnsinnige Cassie, die zwar nach einem Sternbild benannt ist, aber nicht mehr gerne zu den Sternen aufsieht.

4 von 5 Herzen

[REIHENFOLGE]
(1) Die fünfte Welle
(2) Das unendliche Meer
(3) Der letzte Stern


Nine <3

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