12. Juni 2016

[Rezension] Zwischen Licht und Finsternis



Titel: Zwischen Licht und Finsternis

Autor: Lucy Inglis

Verlag: Chicken House

Genre: Fantasy

Seiten: 400

Kaufen? Hier



[ERSTER SATZ]
"»Okay, was haben wir also?« Lilys Dad lief in der Küche herum und strich sich durch sein grau meliertes Haar."

[INHALT]
London, heute. Mädchen verschwinden. Und seltsame Kreaturen tauchen auf den Straßen auf. Fast wäre die 16-jährige Lily von einem zweiköpfigen Hund getötet worden. Doch urplötzlich steht Regan vor ihr – gut aussehend, geheimnisvoll und faszinierend. Merkwürdig, dass er ihre seltene Blutgruppe kennt, aber noch merkwürdiger, dass es angeblich eine Verbindung zwischen Lily, Regan und den verschwundenen Mädchen geben soll. Von einer auf die andere Sekunde befindet sich Lily in einem Strudel aus Verbrechen und Verrat, Verschwörung und Leidenschaft, Licht und Finsternis. Fantastisch, romantisch, gefährlich! (Klappentext)

[MEINE MEINUNG]
Als Zwischen Licht und Finsternis im letzten Jahr erschien, wollte ich es so unbedingt haben! Und meine liebe Sonja war so super und hat es mir geschickt. Ich habe mich so gefreut – und muss gestehen, dass ich es bis jetzt nicht gelesen habe. Oh, was schäme ich mich doch, aber es hatte sich leider nicht ergeben. Also habe ich endlich die Chance ergriffen und dazu eine Leserunde gestartet. Tja, nun, der Tenor war eher... mäßig.

Ich weiß nicht so recht, was es ist, aber irgendwie fehlt der Geschichte der gewisse Pepp. Auch wenn ich sie eigentlich gut fand, hat sich das Buch bei mir fast zwei Wochen gezogen. Okay, ich war auch von einigen anderen Sachen abgelenkt und kam daher generell nicht zum Lesen, aber es gab auch Momente, in denen ich Zeit hatte und beim Gedanken an das Buch eher zu meinem Nintendo gegriffen habe. Ohje.

Dabei ist gerade unsere Heldin Lily sympathisch. Direkt im ersten Kapitel lernen wir sie und ihre Hacker-Fähigkeiten kennen. Zusammen mit ihrem Dad, der ein Anwalt für Menschenrechte ist, sucht sie die Bösen und versucht sie vor Gericht zu bringen. Dabei leistet sie ihrem Dad Hilfe, indem sie die Spuren der bösen Buben im Internet verfolgt und dabei auch schon mal die eine oder andere Sicherheitshürde überwindet. Das fand ich MEGA cool! Das ist doch mal eine coole Heldin!

Auf der Suche nach einem Passfälscher, entdeckt sie auf den Überwachungsvideos von London einen auffälligen Jungen und beginnt ihm nachzuspionieren. Nur wird sie dabei von einem zweiköpfigen Hund attackiert und wird in der letzten Sekunde von besagtem Jungen gerettet. Tja, und so lernt sie Regan kennen, der ihr die andere Seite Londons zeigt. Denn neben den Menschen leben verborgen die Eldritche – magische und mythische Wesen.

An sich fand ich die Geschichte wie gesagt gut. Lily und Regan waren mir sympathisch und auch das Szenario mit den Eldritche war super. Ebenso Regans Aufgabe als Wächter von London. Er versucht die Chaoskreaturen, wie Banshee und Pestdämonen, außerhalb von London zu halten, doch immer mehr tauchen auf, da ein Ungleichgewicht erzeugt wurde. Denn ganz im Geheimen agiert ein Teil der Regierung, namens die Agentur, indem sie Eldritche gefangen nehmen und Experimente an ihnen durchführen. Das klingt doch eigentlich super spannend! Nur fehlte etwas.

Ich denke, dass es zum Einen an der Erzählweise lag. Bin ich zu sehr von Ich-Perspektiven verwöhnt, die mir einen Einblick in die Gedanken meiner Heldin geben? Womöglich. Denn einige Dinge, die Lily getan hatte, konnte ich nicht nachvollziehen. Ich liebe es, ganz nah bei der Hauptperson zu sein und zu wissen, was sie denkt und fühlt. Einige Autoren bekommen das auch super ohne Ich-Perspektive hin, aber hier war das leider nicht der Fall. Zum Anderen lag es auch an der Beziehung von Lily und Regan. Versteht mich nicht falsch, ich mag die Beiden, aber das ging mir einfach zu überstürzt. Lily misstraut Regan und spioniert ihm hinterher, er rettet sie und schon folgt sie ihm überall hin. Auch die magischen Wesen nimmt sie einfach so hin und ist kaum überrascht. Und schon hat sie Gefühle für Regan und er auch für sie... nach 3 Tagen. Öhm... Warum muss das immer so überstürzt ablaufen?!

Und das Ende, tja, es kam Spannung auf und ich war am Seiten-nur-so-wegblättern... doch dann war die Spannung ziemlich abrupt verschwunden und das Buch dümpelte die letzten zwei Kapitel vor sich hin. Ich war wirklich am überlegen, wann es denn nun endlich vorbei ist und habe gehofft, dass noch etwas geschieht. So erschienen mir die Szenen mit Lilys Mitschülern total nichtig und sinnlos. Ich will Spannung! Das tatsächliche Ende ließ schließlich noch vermuten, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wenn das der Fall ist, weiß ich noch nicht, ob ich sie lesen möchte. Doch, eigentlich möchte ich schon erfahren wie es weitergeht, aber bitte bitte lasst die Fortsetzung dann spannender erzählt sein!

[FAZIT]
Ich mag die Geschichte – aber leider, leider fehlte hier einfach der gewisse Biss. Das Szenario rund um Lily, unserer kleinen Hackerin, und Regan, dem geheimen Hüter von London, fand ich einfach mega gut, doch fehlte es dann an der Würze. Auch erschienen mir Lilys Handlungen manchmal nicht sehr nachvollziehbar und ihre Beziehung zu Regan war etwas überstürzt. Ein paar mehr Zweifel würden ihr als klugem Mädchen ganz gut tun, denn so naiv, wie sie durch die Welt geht, wird sie nicht lange überleben.

3 von 5 Herzen



Nine <3

1 Kommentar

  1. Huhu,

    eine sehr schöne Rezension zu dem Buch :)
    Ich habe es letzten Herbst gelesen und fand es sehr gut. Ich kann aber auch deine Kritikpunkte verstehen.

    Liebe Grüße
    Jenny

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...