18. April 2016

[Rezension] Der Mädchensucher




Titel: Der Mädchensucher

Autor: Paula Daly

Verlag: Goldmann

Genre: Thriller

Seiten: 352

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[ERSTER SATZ]
"Er hat jede Menge Zeit mitgebracht."

[INHALT]
Lisa Kallisto, heillos überforderte Mutter dreier Kinder, ist verzweifelt: Lucinda, eine Freundin ihrer Tochter, ist spurlos verschwunden – dabei hätte sie in Lisas Obhut sein sollen, denn es war geplant, dass das Mädchen die Nacht bei den Kallistos verbringt. Da kurz zuvor bereits eine andere Schülerin entführt und vergewaltigt wurde, vermutet die Polizei, dass Lucinda demselben Täter in die Hände fiel. Um ihr Versagen wiedergutzumachen, begibt sich Lisa auf die verzweifelte Suche nach Lucinda. Ohne zu ahnen, welch gut gehüteten Geheimnissen ihrer englischen Kleinstadtidylle sie dabei auf die Spur kommt... (Klappentext)

[MEINE MEINUNG]
Bei diesem Buch handelte es sich mal wieder um eine Empfehlung von einem Kollegen. Er hat das Buch gelesen, als es noch Die Schuld einer Mutter hieß. Bei Der Mädchensucher handelt es sich um eine neue Auflage dieses Buches, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den alten Titel nicht doch passender gefunden hätte. Auf jeden Fall klang aber der Inhalt ganz gut, weshalb ich es auch gerne lesen wollte. Außerdem hatte ich gerade wieder richtig Lust auf einen Thriller! :D

Der Einstieg in das Buch war direkt interessant, denn es beginnt aus der Sicht eines Mannes, der sich über seine Gelüste bewusst zu werden versucht. Er beobachtet Schüler, auf ihrem Heimweg und möchte herausfinden, ob sich bei ihm etwas regt – er erkundet seine pädophile Neigung. An sich ist das absolut abartig, aber ich mag die Sichten von Tätern lesen, weil ich so weiß, was in ihnen vor sich geht, wie sie denken und auch ein wenig verstehe, wie sie so geworden sind, wie sie sind. Und gerade hier verfolgt man diesen Mann, wie er überhaupt erst zu einem Pädophilen wird. Allerdings verursacht es wirklich eine Gänsehaut!

Die Geschichte wechselt dann zu Lisa Kallisto, die einfach absolut vom Familienleben überfordert ist und einige Sachen vergisst. So beginnt das Drama... Lucinda, die Tochter von Lisas Freundin, sollte eigentlich bei ihnen übernachten, doch Lisa hat es vergessen und Lucinda nachmittags nicht von der Schule abgeholt. Und dann ist Lucinda verschwunden... Das allein wäre schon schlimm genug, doch im Ort geht ein Kinderschänder um, weshalb die Polizei direkt alles in die Suche des jungen Mädchens steckt.

Lisa gibt sich natürlich direkt die Schuld für den Verlust ihrer Freundin und ich kann sie absolut nachvollziehen. Zwar denke ich nicht, dass sie wirklich Schuld hat, da eine unglückliche Verkettung von Ereignissen zu dem Verschwinden von Lucinda gesorgt hat, aber natürlich fühlt sie sich dennoch schuldig. Und auch andere geben ihr die Schuld. Ich finde das so ungerecht, aber die Menschen suchen sich immer einen Schuldigen, an dem sie ihre Wut auslassen können.

Doch ich habe Lisa wie gesagt nie als Schuldige angesehen. Mir hat sie einfach nur leid getan, denn ich konnte mich ein Stück in sie hineinversetzen. Ich weiß manchmal auch nicht, wo mir der Kopf steht, weil ich so viel zu erledigen habe. Nur habe ich keine Kinder, die darunter leiden könnten... Na ja, wirklich leiden tun sie ja auch nicht, aber Kinder sind nun einmal zu einem großen Teil von ihren Eltern abhängig. Zum Glück wird Lisa aber von ihrem Mann Joe unterstützt. Auch wenn er ein typischer Mann ist – die Frau schmeißt den Haushalt – merkt man ihm an, wie sehr er seine Frau liebt. Ich war so begeistert von ihm als Mann und war froh, dass Lisa ihn hatte.
Paula Daly hat mit diesem Buch wirklich ein interessantes Szenario geschaffen. Ich wollte unbedingt wissen, wo Lucinda steckt und gerade die Kapitel aus der Sicht des Pädophilen waren ein absoluter Nervenkitzel. Nicht so begeistert war ich dagegen von den Kapiteln über DC Joanne, die in dem Fall ermittelt, und mit ihrer großen Oberweite kämpft. Für mich war diese Thematik in dem Buch etwas unpassend und auch unnötig – diese Szenen haben mich sogar etwas genervt. Ich wollte wissen, wie es in dem Fall weitergeht und nicht, welche persönlichen Probleme die Polizistin hat!

Das Ende hat mich dann leider auch nicht vollends zufrieden gestellt. Oh, es war wirklich spannend und echt krass, aber die Auflösung des Ganzen kam mir dann irgendwie zu überraschend und eher zufällig. Da hätte mir noch etwas mehr Pepp gefehlt und eine logische Schlussfolgerung, um zum Täter zu kommen.

[FAZIT]
Ein guter Psychothriller, der mich in vielen Punkten überzeugen konnte. Paula Daly hat einen interessanten Fall erschaffen, der mich packen konnte und die Sicht des Täters hat mich extrem gefesselt. Doch einige unnötige Szenen und das abrupte Ende haben dann doch für ein paar Punkte Abzug gesorgt. Insgesamt erhält das Buch von mir 3,5 Herzen, die ich auf 4 Herzen aufrunde.

4 von 5 Herzen


♥ Ich danke dem Goldmann-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. ♥


Nine <3

3 Kommentare

  1. Hmm.. schade, dass dich das viele Überflüssige und das Ende nicht überzeugt haben. Ich finde, das klingt sonst eigentlich nach einem extrem guten Buch! Mal gucken, ob ich es mir trotzdem irgendwann mal hole :)

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  2. Hi :D
    Na Überflüssigkeiten gibt es fast in jedem Buch, klingt hier aber echt nach einem guten Psychothriller, den ich mir wohl mal genauer anschaue!

    Liebe Grüße
    Jessi

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  3. Ich mag Thriller, die nicht aus Sicht von routinierten Ermittlern erzählt sind. Das werde ich mir merken, vielleicht hat meine Bibo das Buch. :)

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