31. Juli 2015

[Rezension] Mit uns der Wind



Titel: Mit uns der Wind

Autor: Bettina Belitz

Verlag: script5

Genre: Jugendroman

Seiten: 400

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[ERSTER SATZ]
"»Pass auf dich auf. Bitte.«"

[INHALT]
Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein.

Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?
(Klappentext)


[MEINE MEINUNG]
Mit uns der Wind war eines der Bücher, auf das ich bei der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden bin. Mit Felix war ich bei einem LovelyBooks-Treffen, bei dem Bettina Belitz überraschenderweise eine Lesung zu ihrem neuen Buch abgehalten hat. Vorher kannte ich sie noch überhaupt nicht, aber ich denke viele von euch kennen schon einige Bücher von ihr. Und da dann auch ihre Beschreibungen zu dem Buch interessant waren, ebenso wie die Szenen, die sie uns vorgelesen hat, wollte ich gerne Mit uns der Wind lesen. Letztlich hat mein Freund es mir dann geschenkt. ;)

Und dann habe ich es auch sofort gelesen und war Anfangs echt begeistert! Schade war, dass Bettina Belitz bei der Lesung schon so arg viel verraten hat – sicher über ein Drittel des Buches. Dennoch war es aber interessant. Die Story ist genial, denn ein Buch über Narkolepsie habe ich noch nie gesehen. Und hier war das Thema auch sehr interessant umgesetzt.

Mona leidet an der Schlafkrankheit und wenn sie ganz besonders starke Gefühle überwältigen, schläft sie in allen möglichen Situationen ein. Dass dies nicht ganz ungefährlich ist, wissen ihre Eltern und bauschen diese Gefahr unnatürlich auf, weshalb Mona wie eine Gefangene lebt. Ich konnte komplett nachvollziehen, warum sie aus ihrem Gefängnis ausbrechen und auch endlich einmal richtig leben wollte – Gefahren eingehen, Dummheiten machen, aus Fehlern lernen. Auch ihre Träume während der Narkolepsie-Anfälle waren irgendwie interessant, wenn auch etwas abgedreht. Dieser Part hätte vielleicht nicht unbedingt sein müssen, dann wäre das Buch realer gewesen.

Dann gab es da aber noch den anderen Teil der Geschichte, den Kiter Adrian, der für einen Kick ziemlich viel riskierte und sonst eigentlich nur unglücklich mit seinem Leben ist. Er war für mich eine schwierige Hauptperson, denn ich konnte ihn nicht verstehen und so ganz sympathisch war er mir nicht – ein wenig, aber nicht komplett. Und ganz ganz nervig war es, dass Bettina Belitz sein Kiten anfangs nicht näher erklärt hat. Ich kenne Kite-Surfen mit einem Surfbrett und Segel auf dem Wasser. Dann auch noch das Kiten auf einem Skateboard oder ähnlichem mit Segel und die ganze Zeit bin ich davon ausgegangen, dass es wohl das sein wird, wenn er an Land kitet. Tatsächlich stellt er sich aber nur auf eine Wiese mit einem Segel/Drachen und lässt sich vom Wind anheben. Geht sowas? Ich habe noch nie davon gehört, finde keine Bilder dazu im Internet... und finde es schwachsinnig. Sorry.

Dennoch war ich gespannt, wie es sein würde, wenn Mona und Adrian nun aufeinander treffen. Bis dahin gab es aber noch den einen oder anderen Punkt, der mir sauer aufgestoßen ist. [Spoiler Anfang] Ganz ehrlich?! Mona sticht sich einfach mal so ein Tattoo – um nicht erkannt zu werden, weil sie geflohen ist? Ein Tattoo! Einfach so! Wie bekloppt ist das denn? Und dann nicht mal ein kleines, sondern gleich den kompletten Rücken voll! Was natürlich nicht stundenlang dauert und auch eigentlich keine schmerzhafte Prozedur ist. Nein, sie tut das einfach mal so. Ich behaupte mal, dass Bettina Belitz kein einziges Tattoo hat, denn sonst würde sie das nicht so locker in ihren Roman einbauen. [Spoiler Ende] Aber auch später kam es für mich noch zu einigen Punkten, die mich so irre aufgeregt haben, denn es trat mal wieder das übliche Missverständnis auf, weswegen die schöne Zeit den Bach runtergeht und einfach alles so irre dramatisch wird.

Das Buch hatte für mich so viel Potenzial und der Anfang war wirklich schön, aber dann wurde es einfach nervig und ich war irre enttäuscht. Ja, das Ende war dann wieder gut und endlich hat sich alles aufgeklärt, aber es hat mich auch so viele Nerven gekostet. Mona, denk doch mal nach, dann wird dir klar, dass alles super ist und die Welt nicht untergeht! Mir tat Adrian zwischendurch so leid. Aaaaahhh, ich weiß nicht, ob ich noch ein Buch von Bettina Belitz lesen möchte.


[FAZIT]
Es fing so schön an, wurde richtig spannend und romantisch – und wurde dann einfach nur unsagbar anstrengend. Typischer Fall von würde man miteinander reden, würden sich alle Missverständnisse klären. Insgesamt ist es noch ein netter Jugendroman mit einem tollen Story-Ansatz, aber mich persönlich hat dann doch einiges so stark genervt, dass ich das Lesen nicht genießen konnte.

3 von 5 Herzen



Nine <3

1 Kommentar

  1. Hallöchen :)
    Schade, eigentlich wollte ich mir das Buch auch holen, weil sich der Klappentext so schön angehört hat :/
    Aber da wir so einen ähnlichen Geschmack haben lasse ich das lieber :)
    Liebste Grüße!
    Nadine♥

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