2. Februar 2015

[Interview] Das erste Mal mit J. F. Sebastian Teil 1

Wie ich letzte Woche bereits in meiner Rezension zu 12 – Die Akademie der Zeit angekündigt habe, hatte ich vor einigen Tagen die Ehre mein erstes Interview mit J. F. Sebastian, dem Autor der Fantasy-Reihe, zu führen. Ich hatte ihn frecherweise einfach mal selbst kontaktiert, weil sein Buch toll klang und auch sein Blog von einer interessanten Person zeugte. Glücklicherweise hat er zugestimmt, sodass ich ihn euch jetzt vorstellen kann! :D

J. F. Sebastian ist ein sehr lieber Self-Publisher, der sein Erstlingswerk im Dezember 2014 bei Amazon veröffentlicht hat. Zudem ist er ein interessanter Gesprächspartner und seine Antworten waren wirklich spannend. Also lest euch doch unser Interview durch und lernt ihn heute und morgen besser kennen. ;)


Fangen wir erstmal mit ein paar leichten Fragen an. Was liest du selbst am Liebsten?
Also wenn ich mir die prall gefüllten Bücherregale hinter mir gerade so ansehe, dann würde ich sagen: Alles mögliche. Aber vor allem Fantasy, Krimis und Thriller. Auch gerne mal einen dicken Historienschinken, vor allem wenn vorne Ken Follett drauf steht. Ansonsten bin ich noch ein Fan von Reihen, also je mehr Bücher, desto besser. :) Deswegen freu ich mich zum Beispiel riesig, dass dieses Jahr endlich ein fünfter "Zwerge"-Teil von Markus Heitz erscheint und auch der nächste Band des Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett. Ein bisschen abgeschreckt werde ich nur, wenn auf Buchcovern vorne irgendwas mit "Romantic" drauf steht ;)
Welcher Autor ist dein Vorbild?
Uff, schwierige Frage. Also einen sehr großen Anteil daran, dass ich überhaupt schreibe, hatte sicherlich Stephen King, den ich als junger Kerl regelrecht verschlungen habe und den ich auch heute immer noch gerne lese. Er schafft es mit einer relativ simplen und klaren Sprache unglaubliche Geschichten zu erzählen. Ansonsten bin ich (wie so viele) ein großer Fan von J. K. Rowling, weil sie es schafft, mich mit ihren Büchern immer wieder zu verzaubern. Da habe ich übrigens auch gemerkt, dass ich ihre Harry Potter Bücher (lese ich regelmäßig immer wieder) nicht lesen darf, wenn ich gerade selbst am Schreiben bin, weil ich mich dann ständig nur darüber ärgere, dass ich ihre erzählerische Perfektion nicht erreiche. ;) Da spreche ich an dieser Stelle auch einfach mal schnell ein Lob an die deutsche Übersetzung aus, die dem Original meiner Meinung nach in nichts nachsteht. Ich finde es auch wahnsinnig beeindruckend, welchen Weg Nele Neuhaus von der Selfpublisherin zur Erfolgsautorin gegangen ist. Da kann ich auch nur den Hut vor ziehen... Ich könnte jetzt noch mindestens 10 weitere Namen nennen, aber das würde dann wahrscheinlich die Antwort sprengen. :)
Wann findest du Zeit zum Schreiben?
Das Thema Zeit ist tatsächlich ein schwieriges Thema, wenn man einen Full-Time-Job hat und natürlich auch noch möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen will. Die Antwort muss ich eigentlich zweiteilen. Als ich (vor einer gefühlten Ewigkeit) die ersten Sätze von "12 - Die Akademie der Zeit" geschrieben habe, waren noch keine zwei Kinder in Sicht, da konnte ich meistens nach der Arbeit direkt loslegen. Mittlerweile hat sich die "Schreibzeit" etwas nach hinten verschoben und es geht los, wenn alle Kinder im Bett sind (und ich nicht gerade von Serien wie "Walking Dead", "Dexter" oder aktuell "House of Cards" und "Boardwalk Empire" abgelenkt werde). Dazu kommt dann noch die ein oder andere Stunde am Wochenende oder im Urlaub. Aber ich habe jetzt keine festen Zeiten mit mir selbst vereinbart, die ich unbedingt einhalten muss, komme was wolle. Das läuft momentan eher nach dem Prinzip: "Jede freie Minute nutzen." :) Das klappt erstaunlich gut.
Ohje, das klingt ja, als wäre dein Leben voll ausgebucht. :D Gab es denn davor schonmal eine Zeit, in der du Geschichten geschrieben hast? Und wenn ja, welche?
Hier krame ich mal schnell die Standard-Antwort für alle Autoren aus der Schublade: "Geschrieben habe ich eigentlich schon immer." :) Aber mal im Ernst. Ich hab wirklich schon immer gerne geschrieben. Auch in der Schule schon. Wenn alle anderen froh waren, wenn die Pflichtlänge des Aufsatzes geschafft war, hab ich erst richtig losgelegt. Aber angefangen so "richtige" Geschichten zu schreiben habe ich glaub ich so ungefähr mit 12 oder 13 Jahren. Da begann auch die oben beschriebene Stephen King Phase und meine ersten Geschichten waren dann auch stark King geprägt, also mit einem leichten Horrot-Touch. Ich habe auch noch sämtliche früheren Schreibversuche in Ordnern bei mir herumstehen. Die ersten Versuche noch handschriftlich, einige bereits mit einer alten Schreibmaschine (ja, so alt bin ich schon) und ein paar, die ich dann an meinem ersten PC getippt habe. Von Jugendgeschichten, über Horror und Krimis bis hin zu lustigen Sachen ist da fast alles dabei. Da hat sich im Lauf der letzten 25 Jahre einiges angesammelt. Eine lustige (und vielleicht peinliche) Geschichte habe ich an dieser Stelle noch auf Lager: Ich habe damals auch mal angefangen, ein Drehbuch zu "Der Herr der Ringe" zu schreiben, nachdem ich die Bücher gelesen hatte. Handschriftlich in einem Schulheft, das ich auch noch hier gehortet habe. Leider habe ich es nicht zu Ende bekommen und ein paar Jahre später kam dann ja Peter Jackson... besser hätte ich es auch nicht hinbekommen. ;)
Und wann genau kam dir die Idee zu "12" und in welchem Moment hast du den Entschluss gefasst, sie tatsächlich niederzuschreiben?
Also auf den Tag genau kann ich das nicht mehr sagen, dafür ist das auch schon viel zu lange her. Unglaublich aber wahr, die ersten Sätze zu "12" habe ich im Jahr 2007 ins Notebook gehackt. :) Ich habe damals als Redakteur beim Fernsehen gearbeit und somit beruflich zwar viel geschrieben, aber die private, fiktionale Schreibkarriere war damals eigentlich komplett am Pausieren. Und irgendwann hatte ich einfach das Bedürfnis wieder  richtig zu Schreiben und mir geisterten so ein paar Ideenfetzen im Kopf herum. Also hab ich mir ein Notizbuch genommen (das nutze ich immer noch, es liegt in diesem Moment neben mir), "IDEENSEAMMLUNG" auf die erste Seite geschrieben und alles notiert, was mir so im Kopf herumgeisterte. In den letzten Jahren hat sich da einiges angesammelt. Der erste Punkt der Ideensammlung war übrigens: "Daniel --> <DURCHGESTRICHEN>15 Jahre alt </DURCHGESTRICHEN> --> fast 14", also noch recht unspektakulär. Und dann habe ich mich abends hingesetzt, Zigarette angezündet (mittlerweile seit 4,5 Jahren Nichtraucher), Notebook hochgefahren und einfach losgeschrieben, ohne vorher groß zu plotten. Die ersten Kapitel habe ich mich komplett vom Gefühl leiten lassen, das Plotten der kompletten drei geplanten Bücher kam dann erst später. Und diese "gefühlten" ersten Kapitel haben übrigens auch nicht mehr viel mit den aktuellen ersten Kapiteln des Buches zu tun, da wurde in den letzten Jahren sehr viel dran geschraubt und gedreht und geändert. Aber los ging es einfach nur mit dem Gefühl, eine Fantasygeschichte für Jugendliche schreiben zu wollen, über einen Jungen namens "Daniel".
War dir da schon klar, dass du diese Geschichte veröffentlichen würdest? Oder hattest du gelegentlich deine Zweifel?
Also ich hatte natürlich schon immer den Wunsch, meine Geschichten zu veröffentlichen und als Autor leben und arbeiten zu können. Auch als Kind bzw. Jugendlicher. Aber damals war das ein Traum und ich war von einer Veröffentlichung unendlich weit entfernt. Und so etwas wie Selfpublishing im Internet war damals ja auch noch Jahre entfernt. ;) Aber bei "12 - Die Akademie der Zeit" war das dann etwas anders, da hab ich schon wirklich das Ziel verfolgt, es auch irgendwann zu veröffentlichen. Wobei ich am Anfang noch nicht an Selfpublishing gedacht hatte. Ich wollte das Buch ganz herkömmlich über einen Verlag veröffentlichen. Allerdings hatte ich es nie an einen Verlag geschickt, da mir relativ klar war, dass die Chancen dabei sehr sehr schlecht stehen. Stattdessen bin ich damals über den Umweg einer Literaturagentur gegangen. Ich hab also diverse Agenturen in Deutschland angeschrieben und ihnen Exposé und Leseprobee geschickt und letztlich hatte auch tatsächlich eine Agentur Interesse an einer Zusammenarbeit. Das war auf jeden Fall schon mal gut für's Ego. Das Schreiben kann mitunter ja doch eine sehr einsame Angelegenheit sein und wenn man dann plötzlich mitbekommt, dass es Leute gibt, denen deine Geschichte tatsächlich gefällt und die Potenzial sehen, tut das natürlich erst mal gut. Darüber hinaus gab es von den Agenturprofis auch jede Menge Tipps und Hilfestellung zur Umarbeitung des Manuskripts und zum Plotten der gesamten Reihe. Auch wenn es letzlich nicht zu einer Verlagsveröffentlichung geführt hat, hat mir die Agenturzeit auf jeden Fall eine Menge gebracht. :) Anfang 2014 hab ich mich dann jedenfalls erstmals mit dem Thema eBook/Selfpublishung beschäftigt und beschlossen, die Dinge jetzt einfach mal selbst in die Hand zu nehmen. Und zu deiner "Zweifel"-Frage: Ja, ich bin ein Vollzeit-Zweifler ;) Ich zweifle eigentlich rund um die Uhr an allem und jedem und hatte die letzten Jahre natürlich auch immer wieder meine Zweifel, ob das denn nun was wird oder nicht. Da wird bei mir wahrscheinlich auch nie aufhören.
Gab es denn beim Schreiben einen Punkt, bei dem du nicht wusstest, wie es in der Geschichte weitergehen sollte? An welchem?
Hmmm, gute Frage. Also so ganz spontan fällt mir jetzt zumindest keine Stelle ein, wo ich plötzlich komplett ratlos dagesessen wäre. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass das Plotten der kompletten Geschichte in einer Stunde erledigt war. Da saß ich schon eine Zeit lang dran und musste mir an der ein oder anderen Stelle den Kopf zerbrechen. Das betraf aber dann mehr Band 2 und Band 3, wo diverse Story-Fäden wieder sinnvoll zusammenlaufen und zu einem Ende gebracht werden müssen. Aber da will ich jetzt mal noch nicht zuviel verraten. ;) Aber in eine richtig fiese Sackgasse bin ich bis jetzt - zum Glück - noch nicht geraten.
FORTSETZUNG FOLGT

Hiermit wäre der erste Teil meines Interviews mit J. F. Sebastian beendet. Morgen verrät er uns mehr über sein erstes Buch, also lest dann doch wieder rein! :D


Nine <3

2 Kommentare

  1. Was für ein tolles Interview und ein sehr sympathischer Autor noch dazu :)

    Liebe Grüße ♥

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  2. Wahnsinn! Du Glückliche :)
    Echt ein tolles Interview :)
    Liebe Grüße ♥

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